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Mord an Frauen: Häufigster Täter ist der eigene Partner

20130621

mord-an-Frauen


Aus Wissenschaft aktuell:
Anthropologie Gesellschaft Psychologie Verhaltensforschung
Von Dirk Förger


Laut einer WHO-Studie ist in fast 40 Prozent der Fälle der Lebensgefährte für die Tat verantwortlich

Häusliche Gewalt: noch immer schaut die Gesellschaft häufig weg

Genf (Schweiz)/London (Großbritannien) - Etwa ein Siebtel aller Tötungsdelikte weltweit werden vom Intimpartner verübt. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO und beteiligter Forschungseinrichtungen in Südafrika und Großbritannien. Dabei ist der Anteil von Morden durch Männer an ihren Frauen mit 38,6 Prozent weit höher als die 6,3 Prozent im umgekehrten Fall. Laut der Studie geht der Tötung häufig häusliche Gewalt und Missbrauch voraus. Daher beklagen die Wissenschaftler in ihrem heute veröffentlichten Bericht „Global estimates of violence against women: Prevalence and health effects of intimate partner violence" auch ein Versagen der Gesellschaft. Denn die Morde seien letztlich das „ultimative Ergebnis" einer fehlenden Reaktion von Gesundheitseinrichtungen sowie von sozialen und juristischen Ämtern auf häusliche Gewalt.
„Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass Frauen überproportional durch Gewalt und Mord gefährdet sind, die von ihren Intimpartner ausgehen. Das wurde viel zu lange vernachlässigt", betont Heidi Stöckl von der London School of Hygiene & Tropical Medicine.